Cyberith Virtualizer – Virtual Reality Treadmill

Quelle: Cyberith

TreadmillCyberith Virtualizer & Virtualizer HT
Säulen-Höhe104 cm
Durchmesser Bodenplatte100 cm
Abstand zwischen Säule und Mitte der Bodenplatte80 cm
Durchmesser innerer Ring39,8 cm
Kreisumfang innerer Ring125 cm
Maximaler Hüftumfang (Nutzer)125 cm
Maximales Gewicht (Nutzer)120 kg
Gewicht (Virtualizer)50 kg
Messgenauigkeit Schrittgeschwindigkeit1:1-Tracking
Preis1.499 €

UPDATE:

Cyberith hat die Bestellungen eingestellt und der Shop wurde entfernt, sodass man sich zurzeit keinen Virtualizer kaufen kann. Wann dies wieder Möglich sein wird, ist leider ungewiss. Gute Neuigkeiten sind, dass die Hardware komplett fertig gestellt ist und ein TÜV Siegel erhalten hat. Hoffen wir auf das Beste! =)

Cyberith Virtualizer – Überblick

Es ist gar nicht mal so lange her, dass das österreichische Start-Up „Cyberith“ bei Kickstartet ihr Projekt gestarten haben. Ihre Entwicklung: Der Cyberith Virtualizer, ein Bewegungssteuerungsystem (Locomotion Device) für Virtual Reality Systeme. Um das zu realisieren werden Laufbewegungen zur Fortbewegung im Spiel registriert und anschließend in Bruchteilen von Sekunden verarbeitet. Das Ganze Gerüst besteht aus insgesamt drei robusten Streben, in der Mitte ist ein Gestell mit zwei sich gegeneinander verschiebenden Ringen und unten ist eine glatte Bodenplatte voll mit Sensoren verbaut. Gerade damit soll die Steuerung im virtuellen Raum erleichtert werden. Wenn man das jetzt mit herkömmlichen Ansätzen zur VR Steuerung vergleicht, dann findet man alles mögliche von Ganzkörpersteuerungen über Handtracking hin zu Controller-basierten Eigenentwicklungen. Verglichen damit ist das Besondere an dem Cyberith Virtualizer, dass dieser nach dem Prinzip der 3-Punkte-Entkoppelung funktioniert. Das Bedeutet, dass während man mit dem VR Headset in eine Richtung schaut, man gleichzeitig in eine andere Richtung gehen kann, und dabei noch die Waffe (z.B. Wii Gun) in eine dritte Richtung halten kann!

Doch wie ist das möglich?

Dank der vielen kleinen optischen Sensoren in der Bodenplatte wird die Schrittgeschwindigkeit und Richtung des Spielers erfasst; der Ring sorgt wiederum auch mit Sensoren dafür, dass die Oberkörperorientierung registriert wird und die Waffe selbst verfügt Lage-Sensoren, um die exakte Lage im Spiel wiederzugeben.

Cyberith Virtualizer – Erfahrungen

Da ich ein riesiger Fan von diesem Konzept bin, hab ich mir nicht nehmen lassen, den Cyberith Virtualizer ausgiebig auf der Gamescom 2015 in Köln auszuprobieren, um mir selbst einen eigenen Eindruck davon zu verschaffen!

Was mir sofort gefallen hat, ist die solide Verarbeitung der Konstruktion: Durch die drei Säulen mit dem Ring dazwischen wird man exakt in der Mitte der Bodenplatte festgehalten, sodass man mit den Füßen die Bodenplatte überhaupt nicht verlassen kann (Es sei denn man kniet ;). Da noch ein „Arm“ beim Virtualizer integriert ist, ist es unmöglich sich mit dem Kabel der Virtual Reality Brille zu verfangen. Nachdem ich fest in das Gerät eingespannt wurde und kurzerhand der Virtualizer auf mich individuell kalibriert wurde, konnte der Trip in die Virtual Reality nun endlich beginnen.

Das Spiel, das man antesten konnte, war die Acan’s Call Demo, welche selbst von Cyberith stammt. Nach einer kurzen Einführung befindet man sich auf einem Trampelpfad mitten im Regenwald und steuert auf den Eingang eines Maya-Tempels zu. Dieser Teil diente vor allem dazu, um sich an die Bewegungssteuerung des Cyberith Virtualizers zu gewöhnen.

Ich muss sagen: Gar nicht mal so einfach! ;)

Da man vorher so weiche „Über-Schuhe“ (ähnlich wie Socken) sich angezogen hatte, hat man eher das Gefühl, dass als würde der Fuß auf Eis ausrutschen! Diese Über-Schuhe dienen also dazu, dass sich die Reibung zwischen der Bodenplatte und der Auftrittsfläche drastisch minimiert. Ich muss schon sagen: Es ist verdammt schwer sich, abgeschirmt von der Umgebung, auf einer Bodenplatte mit ungewohnten Widerstand zu Bewegen. Da man sich im Prinzip nicht von der Stelle bewegt und immer ein Fuß bei der Bewegung davongleitet, muss man ständig den Reflex unterdrücken sich unterbewusst wieder aufrichten zu wollen und kurze Korrekturschritte vorzunehmen. Leider hat die kurze Demo nicht dafür gereicht, damit ich ein sicheres Gefühl für Renn- oder Sprungbewegungen auf dem Cyberith Virtualizer bekomme.
Ich denke mal, wenn man privat in seiner Wohnung viel Zeit hat dieses Gerät ausgiebig zu testen und sich einzugewöhnen, dann sollte ein gewisse Professionalität und Selbstvertrauen kein Problem darstellen. Ein gutes Beispiel ist das Video vom Cyberith Virtualizer Gründer Tuncay Cakmak, der sich mühelos damit Bewegen kann.

Cyberith Virtualizer Video – Battlefield 4, CS-Go Teaser

Wie ihr im Video sehen könnt, kann man sich nach einer Eingewöhnungsphase zielsicher mit dem Virtualizer fortbewegen. Gerade bei Anfänger kann man die Höhe des Ringes anpassen, um ein mögliches Ausrutschen abzufangen. Fortgeschrittene Nutzer stellen das eher höher ein, um springen, ducken oder auch komplett blitzschnell sich hinsetzen zu können.

Was mir eher nicht so Gefallen hat ist, dass es leider keine 1 zu 1 Übertragung der Beinbewegung auf den Virtuellen Körper stattfindet. Klar Schritt-Tempo und Schritt-Richtung wird gut umgesetzt, aber ein komplettes Fuß/Bein-Tracking gibt es leider nicht. Cool wäre es, wenn weitere Sensoren verbaut wären, die z.B. am Fuß des Spielers angebracht würden, um z.B. Tritte darstellen zu können. Ich bin mal gespannt, ob sich dieses Steuerungskonzept durchsetzt und weiterentwickelt wird, meiner Meinung seh ich da großer Potenzial. Gerade weil der Cyberith Virtualizer ein einfaches Plug and Play Gerät ist, das nur per USB verbunden wird, ist es sehr User-freundlich gestaltet. Derzeit kann man kombiniert mit einer Samsung Gear VR per Bluetooth eine Verbindung zum Virtualizer herstellen und damit auch zocken; Oculus Rift Dev Kit 2 ist natürlich auch möglich.

Cyberith Virtualizer – Preis & Weitere Details

Derzeit befindet sich der Cyberith Virtualizer in der Pre-Order Phase (Vorbestellbar), welcher dann Ende dieses Jahres an die Kunden geliefert wird.
Ich muss schon sagen: Der Virtualizer ist zurzeit ’schweineteuer‘! Mit einem saftigen Preis von
1.499 € könnt ihr das Standart-Modell kaufen. Die „HT-Variante“ mit eingebautem Force-Feedback über die Bodenplatte (Vibrieren und ähnliches) kostet schon ordentliche 1.799 €. Will man jetzt noch den „Arm“ dazu haben, damit mit dem Virtual Reality Brillen Kabel nirgendswo hängen bleibt, dann ist das nochmal ein Aufpreis von 89 €!

Hier ein Link zur Cyberith Hauptseite, wo ihr euch mal alle Pakete anschauen könnt:
>> Cyberith Virtualizer kaufen

Cyberith Virtualizer – Fazit

Ich bin ein großer Fan vom Virtualizer geworden. Allein wenn man schon die Videos von Battlefield, CS und WoW sieht, erkennt man sofort das Potenzial dieser VR Entwicklung. Andereseits muss man aber auch Bedenken, dass diese Entwicklung noch sich in der Anfangsphase befindet und noch nicht voll ausgereift ist – Es gibt noch viel Luft nach oben. Klar, der Virtualizer ist mit seinen knapp 1500 Euro schon sündhaft teuer, der Preis ist aber daher gerechtfertigt, dass dieses Produkt aus robusten Metallen besteht, die garantiert lange erhalten bleiben und dass außerdem dieser auch in der EU hergestellt wird und daher hohe Qualitätsstandart aufweist. Was man hier auf jeden Fall nicht vergessen sollte ist, dass die Virtual Reality Brille noch nicht eingerechnet ist! Da kommen also nochmal einige Kosten oben drauf, aber ich tippe mal darauf, dass der Preis mit der stetig sinken wird, sodass es sich in einem leistbaren Bereich einpendelt.

Interssant ist noch zu erwähnen, dass der Virtualizer voll das Fitnessgerät ist! Obwohl ich schon sehr sportlich bin und fast täglich trainiere, habe ich am Ende der Demo gespürt wie anstrengend das Virtuelle Fortbewegen sein kann; man hat es deutlich in den Waden gemerkt.
D.h. mit diesem Virtual Reality System wird es höchstwahrscheinlich keine fetten Gamer geben ;)

Was ist eure Meinung dazu? Wie findet ihr den Cyberith Virtualizer? Hat dieses Gerät das Potenzial die VR Immersion drastisch zu steigern? Lohnt es sich den jetzt schon vorzubestellen oder doch lieber warten, bis sich die Preise von Virtualizer und VR Brillen deutlich gesenkt haben?
Schreibs in die Kommentare!

  • 02.03.2016 um 10:24
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